Stiftung Aarhus

Erklär mir Liebe...

  • Hauptkategorie:Wohnheime/kollektive Wohnformen

Anzahl der Menschen mit Behinderung

~ 59

Kurzbeschrieb

Viele der Bewohnenden äusserten, dass sie verunsichert sind, weil sie als Körper- und Mehrfachbehinderte Personen täglich von verschiedensten Personen berührt werden – sie wüssten gar nicht, wie denn Liebe zu verstehen und erklären sei. Sie selbst haben oft ohne Unterstützung keine Möglichkeiten, andere Körper zu berühren, bzw. berührt zu werden.

Ausgangslage

Das Anliegen vieler Bewohnerinnen und Bewohner mit Körper- und Mehrfachbehinderungen, mehr über ihren Körper, die Liebe und die Möglichkeiten der Umsetzung zu erfahren und zu erlernen wurde ernst genommen. Schon bald war klar, dass die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner gesammelt werden, damit daraus dann Wissens- und Handlungsvermittlungen mit ihnen erarbeitet werden können. Die Vielfalt der Anliegen und Interessen erforderte eine Zusammenstellung von verschiedenen Interessen-Gruppen mit unterschiedlichem Inhalt. Schon bald wurde auch klar, dass die Umsetzung nur durch eine externe Fachperson erfolgen kann, da sonst die Gewährung des Persönlichkeitsschutzes durch Mitarbeitende aus den Betreuungs-Team nicht möglich wäre. Die Mitarbeitenden der Betreuungs-Teams waren durch die vielen neuen Fragen verunsichert und meldeten Unterstützungsbedarf an.

Projektschwerpunkte

1. Die Bewohnenden erarbeiten innerhalb der Bewohnenden-Sitzungen der einzelnen WBGs ihre Anliegen für Bildung im Bereich „Erklär mit Liebe…“ 2. Die Anliegen werden zusammengetragen und in Angebote umgewandelt inklusive der organisatorischen Informationen 3. Die Angebote werden übersetzt in „Piktogramme der unterstützten Kommunikation“ für das angepasste Verständnis von Bewohnenden, welche sich zusätzlich mit diesem Hilfsmittel verständigen 4. Die Bewohnenden können sich provisorisch anmelden 5. Anhand der Anmeldungen , der definierten Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der finanziellen Möglichkeiten werden die Angebotsgruppen zusammengestellt. 6. Die Angebote werden durchgeführt und laufend evaluiert 7. Bei Bedarf werden Angebote weiterentwickelt und in das Angebot der Institution eingebunden. 8. Die Wissens- und Handlungsbedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Sexualität der Bewohnenden werden ernst genommen und begleitet.

Projektergebnisse

1. Die Interessen der Bewohnenden überstiegen den finanziellen Rahmen – wir hätten viel mehr Angebote entwickeln können. Der Weiterbildungszyklus wird deshalb weitergeführt. 2. Die externe Kursleitung mit fachlicher Ausbildung hat sich bewährt – die Bewohnenden fühlen sich frei, über persönliche Themen zu reden. Auf Antrag wurde eine weitere, männliche Kursleitung angestellt. 3. Es reicht nicht, nur die Angebote in „Unterstützte Kommunikation“ (UK) zu übersetzen – für die Bereitstellung der Kurs-Unterlagen braucht es Hilfe durch eine Fachperson für UK. 4. Einzelne Bewohnende brauchen während der Weiterbildung Hilfestellung in UK – eine Mitarbeiterin übernimmt zusätzlich zur Kursleitung diese Aufgaben. 5. Die Kurse haben bei einzelnen Bewohnenden bewirkt, dass sie ihre persönliche Situation in Bezug auf Liebe und Sexualität in Einzelsettings mit der externen Fachperson besprechen wollen. 6. Die Umsetzung im Alltag erfordert Anleitungen und Wissensvermittlung für die Mitarbeitenden.